Was passiert, wenn in Redefin und Umgebung für mindestens 36 Stunden der Strom ausfällt und gleichzeitig das Handynetz zusammenbricht?
Genau dieses Szenario wurde beim Warntag 2026 in Redefin geübt. Für den Gemeindestab Redefin wurde dabei schnell deutlich: Was als Übung beginnt, kann sich erschreckend real anfühlen – und im Ernstfall jederzeit Realität werden.
Nach dem Alarm waren „Leuchtturm“ und „Wärmeinsel“ innerhalb einer Stunde einsatzbereit. Das Gemeindehaus diente als notstromversorgte Anlaufstelle für Notrufe und Informationen, die Scheune als Wärmeinsel mit kleiner Verpflegung und warmen Getränken, Sitz- und Lademöglichkeiten für Kleingeräte sowie mobilen Toiletten.
Dann folgten die ersten Hilfesuchenden: Ein Traktorfahrer saß wegen umgestürzter Bäume fest, kurz darauf kündigte sich die „Kita Pritzier“ mit 29 Kindern an. Die Kinder waren unterwegs, hatten keinen Kontakt zu ihren Familien, mussten versorgt und registriert werden.
Währenddessen kamen weitere Notfälle hinzu: Eine Mutter mit ihrem schreienden Baby benötigte dringend Nahrung, ein älterer Diabetiker brauchte medizinische Hilfe. Gleichzeitig verlangten Pressevertreter lautstark nach Informationen.
Der schwierigste Moment der Übung kam wenig später:
Fünf Menschen benötigten gleichzeitig Hilfe. Ein möglicher Todesfall, der medizinische Notfall des Diabetikers, ein übergelaufenes WC, Presseanfragen und zusätzlich die Meldung, dass im Landgestüt 17 Menschen sowie alle Pferde auf Hilfe angewiesen sind.
Hier zeigte sich, worauf es im Ernstfall ankommt: Ruhe bewahren, Prioritäten setzen, Hilfe koordinieren und sich nicht von lautstarken Forderungen ablenken lassen. Innerhalb weniger Minuten wurden Notrufe abgesetzt, die Hausärztin alarmiert, die Feuerwehr eingesetzt und die Betroffenen versorgt.
Die dreieinhalbstündige Übung wurde vom Landkreis Ludwigslust-Parchim und Einsatzkräften begleitet. Die Darsteller der Hilfesuchenden blieben bewusst sehr ernst – dadurch fühlte sich die Situation zeitweise wie ein echter Notfall an.
Das Fazit des Landkreises war positiv: Die Aktivierung in Redefin lief reibungslos. Gleichzeitig zeigte die Übung deutlich, wo noch Bedarf besteht.
Denn im echten Notfall braucht Redefin mehr helfende Hände. Eine länger andauernde Krise erfordert Schichtbetrieb. Auch die Helfenden haben Familien, Häuser und eigene Sorgen, um die sie sich kümmern müssen.
Der Gemeindestab will die Erfahrungen nun auswerten, Vorräte und Ausrüstung prüfen und die Bevölkerung weiter informieren.
Die Übung hat gezeigt: Gemeinsam können wir viel bewirken. Aber im Ernstfall brauchen wir ein starkes Team.
Deshalb: Machen Sie mit und werden Sie Teil des Gemeindestabes Redefin!
Text: Madlen Schlünz
Einen herzlichen Dank allen Beteiligten für ihre Zeit und ihren Einsatz bei dieser Übung!
Ein kurzes Video des Landkreises zur Übung gibt es übrigens hier:
Landkreis LUP Video zum Warntag in Redefin